|
Informationen über Prag
Prag hat viele Namen – goldene Stadt, Stadt der hundert Türme, oder auch das Herz Europas. Vorallem ist sie die Hauptstadt der Tschechischen Republik und mit einer Einwohnerzahl von über 1 Million Menschen die größte Stadt Tschechiens. Prag liegt zentral in Tschechien an der Moldau, rund 40 Kilometer vor deren Einmündung in die Elbe.
Prag Geschichte
Prag ist über 1000 Jahre alt. Im 9. Jahrhundert entstand die Prager Burg und im 10. Jahrhundert eine zweite Burg auf dem Vyšehrad. Im Schutz der beiden Burgen entwickelten sich auf beiden Seiten der Moldau Ansiedlungen deutscher und jüdischer Kaufleute und einheimischer Handwerker. Um 1230/1234 ließ König Wenzel I. die größte dieser Siedlungen an der Moldaubiegung befestigen und erteilte ihr das Stadtrecht. Prag wurde damit zur königlichen Stadt der böhmischen Herrscher.
Unter Kaiser Karl IV. und seinem Sohn Wenzel IV. erblühte die Stadt als Kaisersitz des Heiligen Römischen Reiches in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts wirtschaftlich, kulturell und politisch. 1348 entstand die Karls-Universität als erste deutschsprachige Universität in Mitteleuropa gegründet. 1415 wurde der große Reformator Jan Hus hier verbrannt und ab 1419 ließen die Hussitenkriege schwere Schäden zurück.
Im 16. Jahrhundert wählte Rudolf II. Prag wieder zur Hauptstadt des heiligen römischen Reichs deutscher Nation. Von dieser Zeit zeugen prachtvolle barocke Palais und Kirchen. 1618 löste der Prager Fenstersturz den Dreißigjährige Krieg aus, der ganz Europa weitgehend beeinflusste. Im Laufe des 19. Jahrhunderts erblühte Prag erneut. Nationalmuseum und Nationaltheater wurden erbaut. Prag verlor langsam seine seit dem Mittelalter bestehende deutsche Bevölkerungsmehrheit.
Anfang des 20. Jahrhundert war Prag ein Treibhaus für Künstler und nachwachsende Literaten. Franz Kafka, Max Brod, Rainer Maria Rilke waren nur die berühmtesten, die Prag prägten und es zu einer Hochburg deutscher Literatur machten. Im Jahre 1939 wurde Prag Hauptstadt des Protektorates Böhmen und Mähren. Zuvor hatte Hitler seine Truppen in das Land und in die Stadt geschickt. In diesem Jahr lebten etwa 120.000 Juden in den böhmischen Ländern, viele davon in Prag. Das dritte Reich ließ hiervon etwa 78.000 ermorden.
Unmittelbar nach Kriegsende im Mai 1945 wurden die Prager Deutschen fast ausnahmslos vertrieben. Das ganze 20. Jahrhundert hindurch behielt Prag den Rang einer europäischen Metropole. Weder die deutsche noch die sowjetische Besetzung oder der autoritäre Kommunismus sowjetischer Prägung änderten etwas daran. Während des Prager Frühlings 1968 wurde auf friedliche Weise versucht, den vorherrschenden autoritären Sozialismus zu stürzen. Dies wurde von Truppen des Warschauer Pakts mit Waffengewalt niedergeschlagen.
1989 war Prag Schauplatz der sogenannten Samtenen Revolution, die das Ende des sozialistischen Regimes in der damaligen Tschechoslowakei bedeutete. Zudem gingen die Bilder der bundesdeutschen Prager Botschaft, als Zufluchtsort von Flüchtlingen aus der DDR um die ganze Welt.
Prager Sehenswürdigkeiten
Prager Burg
Die Prager Burg, größtes geschlossenes Burgareal der Welt, vereint in ihrer über tausend jährigen Geschichte verschiedene Baustile von der Gotik, Romanik bis zum 19. Jahrhundert. Der Veitsdom ist das höchste Bauwerk innerhalb der Prager Burg. Der ursprüngliche Bau begann im Jahre 1344 und wurde erst nach etlichen Bauunterbrechungen 1920 fertiggestellt. In seinem Inneren befindet sich das mit Gold überzogene Grabmal von Johannes von Nepomuk, sowie die leider nicht öffentlich zugänglichen Krönungsinsignien.
Karlsbrücke
Die Steinbrücke ist die Älteste Brücke Prags und verbindet über die Moldau die Altstadt mit der Kleinseite. 10m breit und über 500m lang, wird sie von beiden Seiten mit 16 Heiligenfiguren geschmückt. Die Berühmteste zeigt Johannes von Nepomuk, der hier in die Moldau geworfen wurde, dann aber im 18. Jahrhundert heilig gesprochen wurde. Das Berühren seines Reliefs soll Glück bringen.
Kleinseite
Die Kleinseite (tschechisch: Mala Strana) ist eine ursprüngliche Ansiedlung deutscher Kolonisten unterhalb der Prager Burg. Von Karl IV. gefördert, entwickelte sich die Kleinseite zu einem Stadtteil des Adels und prunkvoller Paläste. Hier befindet sich das Parlament im wunderschönen Waldsteingarten und alte große Kirchen zeugen von längst vergangenen Zeiten.
Nahverkehr in Prag
Prag ist perfekt erschlossen. 3 Ubahnlinien bieten ein übersichtliches Netz von bis zu 20km in maximal 30 Minuten. Umsteigen zwischen den Linien ist möglich in den zentralen Stationen Muzeum, Můstek und Florenc. Straßenbahnen und Busse ergänzen den Verkehr und bieten auch Nachtlinien zwischen 0:00 und 4:30 an. Eine Fahrkarte kostet 26 Kronen für 75 Minuten oder 100 Kronen für 24 Stunden.
Prag und shopping
Als Touristenstadt ist Prag voll aufs Einkaufen und Souvenirs ausgerichtet. Der Wenzelsplatz ist eine einzige große Boulevardstraße mit Geschäften auf beiden Seiten. Ob Bekleidung, böhmischer Kristallschmuck, Diamanten, gutes Essen – alles findet sich. Das Palladium am Platz der neuen Republik beinhaltet 200 Shops unter einem Haus. Kleine Geschäfte rund um die Altstadt bieten unzählige Souvenirs an.
|